Grundlage der Predigt war das Wort Jesu aus Johannes 21,22: «Folge du mir nach.» Apostel Pfützner betonte, dass wahres «Fest-Feiern» in der persönlichen Begegnung mit Gott besteht und nicht von äußeren Umständen wie Essen, Familie oder Jubiläen abhängt. Jeder Gottesdienst ist eine Einladung zu solch einem Fest, das zwischen Gott und jeder und jedem Einzelnen stattfindet.
Besonders hob der Apostel hervor, dass Nachfolge ein sehr persönlicher Ruf ist. Jesus sagt nicht «folgt mir alle nach», sondern wendet sich ganz direkt an jeden Einzelnen: «Folge du mir nach.» Vergleiche mit anderen seien dabei fehl am Platz. Als Gedankenanstoß zitierte er ein Gedicht mit dem Titel Anyway, welches im Büro Mutter Theresa in Kalkutta hing. Quintessenz dieses Gedichtes ist: Anyway (ganz egal) was passiert, was dir, auch von anderen, zustößt, am Ende zählt nicht, was andere tun, sondern nur dein eigenes Verhältnis zu Gott.
Die Verbindung zur Goldenen Hochzeit zeigte Apostel Pfützner im Bild der Ehe als gemeinsamer Weg der Nachfolge. Beide Partner folgen Christus je eigenständig und bauen so ihre Beziehung auf. Eine Ehe, die auf Selbstbezogenheit beruht, trägt nicht, doch wer sich hingibt, so wie Christus es vorlebte, findet wahres Leben. Der Philosoph Martin Buber formulierte dies so: «Am Du wird der Mensch zum Ich.» Auch Paulus fordert in seinen Briefen auf, sich in Liebe hinzugeben – eine Haltung, die Ehe und Nachfolge verbindet.
Als ein starkes Bild für die Nachfolge wies der Apostel auf den Tanz hin. Christus ist die Musik, der Rhythmus, in den wir uns einlassen. Nachfolge bedeutet, eins zu werden mit seiner Melodie – nicht sklavischer Gehorsam, sondern ein freies Sich-Hingeben. Das kann allein geschehen, in Ehe und Partnerschaft oder in der ganzen Gemeinde. Entscheidend ist, die «Noten» zu kennen. Die Heilige Schrift lässt Gottes Musik zu hören und im Alltag auf seinen Rhythmus achten.
Apostel Pfützner rief die Gemeinde dazu auf, Gottes Einladung anzunehmen: «Folge du mir nach.» Nachfolge als Tanz – voller Hingabe, Einheit und Freude, getragen von der Kraft Gottes und seiner Liebe.
In seinem Predigtbeitrag wies der Vorsteher der Kirchengemeinde, Evangelist Haupt auf eine Aussage am Beginn der Predigt hin: «Der Apostel sprach über Nachfolge und Ego. Oft schauen wir auf andere, kritisieren Kleinigkeiten und vergessen den Kern. Jesus mahnt: «Folge du mir nach.“» Es geht um Demut, Annahme und Vertrauen. Regeln und Äußerlichkeiten verlieren ihre Bedeutung, wichtig bleibt die Gemeinschaft mit Gott.
Abschließend wurde der Vorsteher des Kirchenbezirks Wien, Bezirksevangelist Black um einen Predigtbeitrag gebeten. Im Zentrum des Beitrages stand die Frage nach Berufung und gelebter Liebe im Alltag – sieben Tage die Woche. An Beispielen zeigte der Bezirksvorsteher auf, worauf es ankommt: Vertrauen, Verlässlichkeit und das offene Herz Jesu. Gottes Nähe ist tröstlich und verbindend. Jesus Christus nimmt jeden Menschen wahr, schenkt Liebe, Freude und Zuversicht. Daraus abgeleitet die Botschaft: «Folg mir nach» – ein Ruf, der trägt und über Jahrzehnte Bestand hat.