Noch vor dem Gottesdienst stellten sich die Konfirmandin und die drei Konfirmanden der Gemeinde vor und haben auf einen persönlichen Bibelvers hingewiesen (siehe Bilder).
Zu Beginn des Gottesdienstes dankte der Apostel Matthias Pfützner den Eltern. Sie waren verantwortlich, den Konfirmanden die Glaubensgrundlagen mitzugeben. Diese Verantwortung dürfen sie nun abgeben. Der Dank galt auch den Lehrern, den Begleitern, der Gemeinde, all denen, die sich den Konfirmanden angenommen haben.
Der Apostel stellte fest: Die Konfirmanden merken sich im Regelfall nichts von diesem Gottesdienst. Wissen wir selbst das Bibelwort noch von unserer Konfirmation? Daher ein Auftrag an alle. Nehmt etwas mit aus diesem Gottesdienst und erinnert diese vier Konfirmanden in einem Monat oder in einem Jahr daran. Was könnte ein Impuls Gottes, ein Gedanke aus diesem Gottesdienst sein, den sie mitnehmen können? Die Gemeinde hat diesem Auftrag zugestimmt.
Das Konfirmationsgelübte ist kein Schwur, sagte der Apostel. Ihr sagt nicht: Ich schwöre dir die ewige Treue. Ihr sagt: Im ernstlichen Vorsatz. Das ist eine Absichtserklärung. Der Liebe Gott schenkt dir bedingungslose Treue. Und wenn es bei dir eine Absichtserklärung ist, dann genügt ihm das. Es soll aber eine ernsthafte Absichtserklärung sein!
Der Stammapostel hat den Konfirmanden einen Vers aus dem Philipperbrief ins Herz gelegt.
Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. (Philipper 2.4)
Wenn wir eine Beziehung zu einem anderen Menschen pflegen – und erst recht bei der Beziehung, die wir mit Gott pflegen, geht es darum, den anderen im Blick zu haben. Bei einer Hochzeit fragt der Apostel oft die Brautpaare: «Wollt ihr glücklich werden?» Die Antwort ist dann ein klares Ja. «So funktioniert das aber nicht», sagte der Apostel. «Ihr bekommt den Trausegen nur, wenn ihr glücklich machen wollt!»
Mach Gott glücklich, dann wirst du glücklich! Wie geht das? Sieh auf das, was dem anderen dient.
Das ist hochaktuell in der heutigen Welt, wo viele nur an sich denken. Nicht nur «Spieglein, Spieglein an der Wand…». Du darfst sicher auch in den Spiegel schauen. Aber schau auch aus dem Fenster. Was dient dem anderen, was kannst du dem anderen Gutes tun? Da sind wir alle als Christen angesprochen, ganz gleich wo wir wohnen oder arbeiten. Es hat überall Menschen, die am Rande stehen und Hilfe, Beistand oder Unterstützung brauchen. In Jesus haben wir ein gutes Vorbild. Jesus sagt: Ich verzichte auf alles, ich gebe alles auf und ich sterbe am Ende nackt an einem Kreuz. Zum Spott der Menschen. Jesus hat alles für uns Menschen aufgegeben. Er hat nicht auf das geschaut, was ihm selbst dient. Er ist für uns gestorben, er ist für uns auferstanden, in den Himmel gefahren, um eine Stätte zu bereiten und wird von dort wiederkommen. Für alle Menschen hat er das gemacht, die das im Glauben annehmen können.
Vielleicht fühlen wir uns auch mal ausgenutzt und haben das Gefühl, selbst zu kurz zu kommen. Der Rat des Apostels: Hört auf den Heiligen Geist, der sagt, es ist gut so, mach einfach weiter. Weil wir mit Gott unterwegs sind, dürfen wir uns darauf verlassen, er bleibt uns treu und sorgt für uns. Der Apostel hat dann noch ein sehr persönliches Erlebnis erzählt. Wer war in Wil im Gottesdienst und weiss das noch?
Als Einleitung zur Konfirmation erklärte der Apostel, was Konfirmation heisst. Ihr vier Konfirmanden konfirmiert euch jetzt. Ihr lasst euch nicht konfirmieren, ihr konfirmiert euch. Denn Konfirmation bedeutet Bestätigung/Bekräftigung. Ihr gebt ein Gelübde ab und bestätigt euren Glauben. Der Apostel spendet dazu den Segen.
In der Ansprache an die Konfirmanden erklärte der Apostel die Bedeutung von dem «Ja», welches nun dem lieben Gott gegeben wird. Ein einfaches «Ja» genügt dem Herrn Jesus nicht. Petrus fragte er dreimal: Liebst du mich? Jesus will nicht ein oberflächliches «Ja», auch kein «Jain» – selbst, wenn es eine Absichtserklärung ist, da geht es um die Treue, – das «Ja» möchte er aus ganzem Herzen hören.
Noch ein besonderer Augenblick durfte die Gemeinde am Schluss des Gottesdienstes erleben. Eine Ordination zum Diakonen für die Gemeinde Wil und eine Ernennung zum Jugendleiter für die Gemeinde Uzwil.
Bericht und Fotos: Juerg Hauser