Am 19. April 2026 feierte die Neuapostolischen Kirche Zürich-Albisrieden die Konfirmation 2026 – ein Gottesdienst, der alle Anwesenden tief bewegt hat. Geleitet wurde der Festgottesdienst von unserem Evangelisten; mit einem Predigtbeitrag vom Diakon, der die Konfirmandinnen als Konfirmandenlehrer auf ihrem Weg begleitet hatte. Orchester, Chor und Orgel trugen die Feier musikalisch von Anfang bis Ende.
Einstimmung mit «A Thousand Years»
Schon vor dem Gottesdienst war die Stimmung besonders. Das Orchester spielte zur Einstimmung, und eines der Lieder war «A Thousand Years» von Christina Perri. Ein Liebeslied eigentlich, aber in diesem Moment trug es eine tiefere Bedeutung: Gottes Liebe zu uns ist grenzenlos, zeitlos, unendlich. A thousand more. Passender hätte der Tag nicht beginnen können – denn die Liebe stand von Anfang bis Ende über allem.
Das biblische Leitwort
Das Konfirmationswort aus Matthäus 10,32 stellte das Bekenntnis in den Mittelpunkt: «Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel.» Dieser Vers wurde auch auf Französisch vorgelesen – ein schönes Zeichen für eine Gemeinde, in der viele Sprachen und Herkünfte zuhause sind.
Der Konfirmandenbrief wurde von den Konfirmandenlehrerinnen sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch vorgelesen. Gerade für die französischsprachige Familie der einen Konfirmandin war dies ein besonders persönlicher Moment.
Das Licht der Kerzen
Drei Kerzen – drei Konfirmandinnen. Das Bild war kein Zufall. Die Kerze steht für die Taufe, für das Licht, das in ein Leben kommt. Sie erleuchtet, zeigt alles, gibt Orientierung. In diesem Licht war an diesem Morgen alles zu sehen: Freude, Dankbarkeit, Bewegung und ein tiefer Ernst, der nicht schwer war, sondern getragen.
«Confirmare» – bestätigen, befestigen, für gültig erklären
Was bedeutet Konfirmation eigentlich? Das lateinische confirmare sagt es: bestätigen, befestigen, für gültig erklären. Bei der Taufe haben die Eltern ein Versprechen abgegeben. Heute haben die drei jungen Christinnen dieses Versprechen für sich selbst bekräftigt. Und Gott erklärt den Bund für ewig gültig – als bleibende Verbindung zwischen ihm und uns.
Dazu erklang das Wort aus Jesaja: «Ich habe dich bei deinem Namen gerufen – du bist mein.» Nicht anonym, nicht austauschbar. Persönlich. Direkt. Unveränderlich.
«Du bist einzigartig»
Am Badezimmerspiegel des Dienstleiters hängt ein Aufkleber mit drei Worten: «Du bist einzigartig.» Was das bedeutet? Dass man Fehler machen darf. Falsche Entscheidungen treffen darf. Wütend sein, fehlbar sein, zweifeln darf. Und dennoch – trotzdem – geliebt wird. Die Liebe steht über allem. Psalm 139 zieht sich wie ein unsichtbarer Faden durch diesen Gedanken: Gott kennt uns und liebt uns trotzdem. Immer und überall.
Die Himmels-App
Nur in die Kirche zu gehen, macht einen nicht zum lebendigen Christen. Es braucht mehr. Ein echtes Bekenntnis, das von innen kommt.
Und wie findet man in dieser Zeit Wahrheit und Orientierung? Wir leben in einer Flut von Informationen, umgeben von Fake News – kaum noch ist klar, was verlässlich ist.
Der Evangelist hatte dafür ein treffendes Bild: das Gebet oder, etwas moderner formuliert, die Himmels-App. Sie funktioniert immer, sie ist sicher, sie liefert keine falschen Nachrichten. Ihre AGB? Das Gelübde – immer wieder hervornehmen, lesen, leben.
Drei Kärtchen für den Weg
Zuhause hat er eine Sammlung von Notizkärtchen. An diesem Morgen hat er drei davon gezogen und sie persönlich in die Bibeln der Konfirmandinnen geklebt:
«Tell the mountain about your God» – Wenn ein Problem riesig erscheint wie ein Berg, sag nicht: Lieber Gott, ich habe ein grosses Problem. Sag: Hey, Problem, ich habe einen grossen Gott!
«God walks with you» – Er ist immer schon da, egal, wie weit der Weg noch ist.
«Pray first, then make plans» – Erst beten, dann planen. Gott einbeziehen, bevor man losrennt.
Drei Kärtchen, am Morgen gezogen – und doch genau richtig.
«Es ist Zeit …»
Der Diakon erwähnte in seinem Predigtbeitrag ein Plakat, das in Zürich an sehr prominenter Lage an einer Kirche hängt: «Es ist Zeit zur Versöhnung». Kurz danach hing dort bereits ein neues Plakat mit den Worten: «Es ist Zeit für Frieden» – Banner aus der Kampagne «Darum Kirche». Sie sind ein wahres, grosses Bekennen zu Gott und seinen Werten, zu seinem Wunsch, dass Menschen mehr Liebe geben. Es sind unendlich wichtige Werte, die unsere Konfirmandinnen mit ihrem Licht in die Welt tragen dürfen.
Das Gelübde – neu formuliert und gemeinsam gesprochen
Der Evangelist hat das Konfirmationsgelübde für heute neu formuliert und es den Konfirmandinnen vorgelesen – als sein persönlicher Vorschlag, wie man diesen Bund mit Gott in heutigen Worten fassen könnte. Dieser Text liegt auch in den Bibeln in der Genfer Übersetzung, die die drei als Geschenk erhielten:
Lieber Gott,
ich habe einen grossen Wunsch:
Ich möchte alles Dunkle, alles Ungute, das sich manchmal in mein Leben schleicht, hinter mir lassen und mich ganz bewusst für das Gute, das Licht und die Liebe, für dich, lieber Gott, entscheiden.
Mit offenem Herzen vertraue ich mich dir an und gehe meinen Weg im Glauben, mit Hingabe und echter, tiefer Zuneigung.
Es ist mein Herzensanliegen, immer bei dir zu sein, deine liebevolle Nähe zu spüren und in grosser Achtsamkeit und Nächstenliebe meinen Weg mit dir zu gehen.
Heute, morgen … einfach immer.
Danach sprachen die Konfirmandinnen das traditionelle Gelübde – gemeinsam mit der ganzen Gemeinde. Ein Moment, der den Saal füllte.
Ein Gottesdienst für die ganze Gemeinde
Was diesen Gottesdienst besonders gemacht hat, war die Wärme im Saal. Es war nicht nur ein Tag für drei Familien – es war ein Tag für die ganze Gemeinde. Der Chor eröffnete mit «Joy to the World» und sang später «Möge die Sonn dir scheinen». Das Abendmahl wurde gemeinsam gefeiert. Und beim Schlusslied «Abba Father» schloss sich der Kreis: Wie am Morgen mit «A Thousand Years» begonnen, so endete der Gottesdienst mit der Liebe, die über allem steht. Immer.
Herzlichen Glückwunsch, ihr lieben jungen Christinnen
Die Gemeinde freut sich, euch als vollwertige Mitglieder in ihrer Gemeinschaft willkommen zu heissen. Ihr seid nicht allein auf diesem Weg. Gott geht mit – er ist immer schon vor euch da, egal, wie weit der Weg noch ist.
Text: Simone Töllner, Bilder: Roland Waller