Interview mit dem Architekten

26.03.2025

Die Kirche Wil wird zurzeit umgebaut. Die Kirche, welche 1964 gebaut wurde, wird sicherheitstechnisch, akustisch und lichtmässig den nötigen Anforderungen angepasst.
Der Architekt, unser Priester Christoph Stauffer, hat in einem Interview auf der Baustelle Antworten auf drei Fragen zum Umbau unserer Kirche gegeben.

Die erste Frage war: Wie ist der Umbau bis heute verlaufen?  

«Nach dem letzten Gottesdienst in Wil konnte mit dem Umbau am Montag, 17. Februar angefangen werden. Wir haben ein straffes Bauprogramm und wir sind auf der Baustelle auf Kurs. In der ersten Phase konnten Umbauten und Ausbrüche der Aussenmauern gemacht werden, die neue Wand im Erdgeschoss konnte eingebaut werden und die Malerarbeiten konnten schon weitgehend abgeschlossen werden. Gestern konnten die Fenster eingebaut werden, somit kann dann aussen der Notausgang und die Treppe mit Podest gebaut werden. Dadurch kann dann der Kirchensaal nach Vorschrift bei einem Notfall entfluchtet werden. Wir haben dann zwei Notausgänge, welche Pflicht sind bei einer Kirche mit einer so grossen Belegung.

Die Bodenbeläge wurden rückgebaut und gespachtelt, der Boden ist bereit für den neuen Belag. Im Moment sind wir daran die Schreinerarbeiten auszuführen. Die Garderobe im Erdgeschoss und die Türrahmen können montiert werden. Dies ist auch aus brandschutztechnischen Gründen notwendig, dass diese erneuert werden. Sehr wichtig ist auch die ganze elektrische Installation, welche die neue Beleuchtung erschliesst. Die alten Installationen von 1965 müssen auf den neuen Stand gebracht werden und jetzt sind wir bereit für die Installation der neuen Leuchten.»

 

Die zweite Frage an den Architekten: Auf was können sich die Geschwister besonders freuen?

«Grundsätzlich muss man den Umbau nüchtern betrachten – wir hatten ein riesiges Sicherheitsdefizit in dieser Kirche. Es wurde nun sinnvoll investiert und der Sicherheitsaspekt wurde in den Vordergrund gesetzt; das heisst Fluchtweg, Entfluchtung vom Kirchensaal, brandabschnittsbildende Elemente wie die Notausgänge und die Trennwand im Erdgeschoss. Das sind natürlich nicht Massnahmen, worüber man sich primär freut, man freut sich erst darüber, wenn man es braucht und man hofft natürlich, dass man es nie braucht!

Was aber eine wirkliche Komfortsteigerung darstellt, ist der Schallschutz, welcher im Erdgeschoss mit der Schallschutzdecke verbaut werden konnte. Wir haben eine sogenannte Spanndecke, das heisst, es wurde eine Dämmung auf die Betondecke aufgebracht, das sind absorbierende weiche Faserplatten und darüber wurde ein sogenanntes Gewebe gespannt. Optisch wird man kaum eine Veränderung wahrnehmen, ausser dass die Decke gegenüber vorher sehr weiss ist. Wir haben aber damit eine grosse Schalldämmung realisieren können und das ist wirklich spürbar. Die Verständlichkeit bei Gesprächen ist besser, das extreme Hallen ist nun weg und damit ist es im Foyer, im kleinen und grösseren Raum sehr viel angenehmer bei Zusammenkünften. Da konnte schallmässig ein grosser Komfort erreicht werden.

Zudem wird beleuchtungstechnisch in allen Nebenräumen im Untergeschoss, im Erdgeschoss, im Treppenhaus sowie in der Sakristei im Obergeschoss alles neu beleuchtet. Wir werden nachher viel mehr Licht haben. Man muss sich das so vorstellen: Man hatte vor 60 Jahren als man baute von der Helligkeit her vier bis sechsmal weniger Lichtanspruch gehabt als heute. Wir werden das sehr fest wahrnehmen, dass es angenehm hell ist. Besonders Menschen, die mit den Augen Mühe haben, werden sich viel besser orientieren können. Die Kinder werden in den Räumen im Unterricht viel besser arbeiten können. Auch für Nebenaktivitäten wie Schulungen haben wir nachher eine angenehme Atmosphäre in den Räumen, weil sie schalltechnisch und lichtmässig den heutigen Anforderungen angepasst sind.

Noch eine Komponente wird verbessert werden. Alle Nebenräume im Erdgeschoss und Untergeschoss werden vollwertig mit Audio und Video ausgerüstet. Das heisst, wir haben dort grosse Bildschirme, Lautsprecher, Internetanschluss für Gottesdienstübertragungen und Schulungen.

Dann konnten noch ein paar «Farbtupfer» gesetzt werden. Das Foyer und die Räume werden mit einem bescheidenen Farbkonzept etwas beruhigt, die Besucherinnen und Besucher werden sich dadurch willkommen und wohlfühlen können.»

Und die dritte Frage: Wie sieht es mit der «Cafeteria» aus im Erdgeschoss?

«Eigentlich wollten wir für die Cafeteria einen separaten Raum abtrennen. Wir haben aber gemerkt, dass uns das in der Nutzung vom Erdgeschoss einschränkt. Es wird so sein, dass einige Geschwister im «Chiläkafi» stehen wollen und sich wie bis anhin im Gangbereich aufhalten werden. Sie werden dann vom Licht und der Schalldämmung profitieren. Die anderen, die lieber sitzen möchten, werden im vorderen Teil Sitzgelegenheiten finden. Dort ist angedacht, dass es permanent Tische und Stühle hat, wo man verweilen kann. Es wird «Servierrollos» haben, wo die Kaffeemaschine usw. drauf ist. Es wird mobile Rollgarderoben haben. Dadurch kann der Raum auf mobile Art grösser oder kleiner vom Gang abgetrennt werden.»

Und noch eine kleine Zusatzfrage: Wann kann die Gemeinde die Kirche wieder beziehen?

«Geplant ist, dass am Sonntag, 18. Mai 2025 die Konfirmation in der Kirche stattfinden kann. An diesem Sonntag wird der erste Gottesdienst nach dem Umbau durchgeführt.»

 

Die Bilder wurden am Mittwoch, 26. März auf der Baustelle gemacht. Am 26.04.2025 wurden zusätzliche neue Bilder angehängt vom fertigen Umbau angefügt. 

Fotos und Bericht Juerg Hauser