Grundlage für den Gottesdienst war das Bibelwort aus Matthäus 9,27, in dem zwei Blinde Jesus um Hilfe bitten. In diesem Bibelwort wird deutlich, dass wahre Anbetung und Glaube von einer aufrichtigen Herzenseinstellung abhängen, die mehr umfasst als nur das Einhalten von Traditionen und Gesetzen. Der Bezirksvorsteher C. Egger ging darauf ein, dass vielmehr die Liebe zu Gott und die innere Einstellung des Herzens entscheidend sind. Wichtig ist sich von einem aktiven, lebendigen Glauben leiten zu lassen, der mit Gott und dem Nächsten in Liebe verbunden ist.
In seinem Predigtbeitrag ging Priester R. Zingerle (Vorsteher der Kirchengemeinde Jenbach) darauf ein, dass es immer von jedem Einzelnen abhängt, wie die Beziehung zu Gott gesucht und gepflegt wird. Das soll nicht aus Tradition heraus erfolgen, sondern aus Liebe zu Jesus Christus. Dabei sind die Wege Gottes nicht immer klar erkennbar. Wir sehen oft nur verschwommen wie durch einen Nebel, aber wir erkennen genug, um Jesus zu folgen und ihm zu vertrauen. Suchen wir Jesus Christus in unserem Leben und folgen ihm nach.
Im Anschluss an die Feier des Heiligen Mahls ging der ehemalige Bezirksvorsteher H. Schlechter auf die Entwicklung der Kirchenstation Mayrhofen ein. Die Station Mayrhofen blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Diese begann 1967, als Familie Erwin Schneider senior von Pfons nach Mayrhofen zog und die Gottesdienste in der Kirchengemeinde Jenbach besuchte. Ein Jahr später, 1968, wurden Gottesdienste alle zwei Wochen sonntags im Haus der Familie Schneider abgehalten. Ab 1975 wurde ein Klassenzimmer in der Volksschule Mayrhofen für die regelmäßigen Gottesdienste am Sonntag Nachmittag genutzt. Anfangs waren es etwa zehn Teilnehmende, doch bald wuchs die Kirchengemeinde, und viele Glaubensgeschwister, die in der Nähe ihren Urlaub verbrachten, kamen hinzu. 1977 musste die Kirchengemeinde jedoch das Klassenzimmer in der Volksschule verlassen. Trotz intensiver Bemühungen ein neues Gottesdienstlokal zu finden, war es schwierig, einen geeigneten Raum zu bekommen. Der damalige Vorsteher rief die Kirchengemeinde zur Mithilfe auf und ein Urlauber aus Hamburg nahm sich dieser Sache an. Der Urlauber sprach mit dem Bürgermeister und bat um Unterstützung für die neuapostolischen Christen, damit auch weiterhin Gottesdienste Mayrhofen besucht werden können. Der Bürgermeister zeigte Verständnis und bot an, einen Raum im Europahaus zur Verfügung zu stellen. So konnte die Kirchengemeinde ein neues Zuhause finden und feierte die Gottesdienste bis heute im Europahaus.
„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“ (Dietrich Bonhoeffer). Mit diesem Trost und der Zuversicht aus dem Abschlusslied wurde die Kirchenstation Mayrhofen nach 57 Jahren geschlossen.