Freude im Himmel (und der Gemeinde)

24.06.2018

Am letzten Sonntag im Juni 2018 feierte die Gemeinde Zürich-Albisrieden nochmals ein besonderes Hochzeitsjubiläum. Eiserne Hochzeit, 65 Jahre gemeinsam alle Freuden und auch Leiden geteilt.

Der Vorsteher begann den Gottesdienst mit den Worten: «Ich wusste nicht, ob ich das Wort, welches in den Leitgedanken für den heutigen Tag vorgesehen war, nehmen soll. Aber als ich die Überschrift las, war es klar! Freude im Himmel!» Es steht im Lukas-Evangelium 15, die Verse 6 und 7: «Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.»


Dieser Gottesdienst ist im doppelten Sinn ein freudiges Ereignis, wie es im Worte heisst. Zum einen feiert das Ehepaar seine eiserne Hochzeit und wir dürfen als Gemeinde an dieser Feier teilhaben. Zum anderen sollen wir uns auch auf den kommenden Sonntag vorbereiten. Es wird wieder ein Gottesdienst für die  Entschlafenen stattfinden. Auf ein Fest werden viele Vorbereitungen getroffen, das wird uns das Hochzeitspaar bestätigen. 


Der Gerechte


Der Vorsteher erklärte zum Textwort, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten Jesus kritisierten, weil er Umgang hatte mit Sünder und Zöllner. Deshalb hatte Jesus im Gleichnis einen «Seitenhieb» auf sie gesagt, als er sagte: «So wird .. Freude im Himmel … sein, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.» Wer ist gerecht, gerecht vor Gott? Wer ist ein Sünder? Alle sind wir Sünder und bedürfen der Gnade Gottes. Sünde ist alles was uns von Gott entfremdet.


Der mitdienende Amtsträger erwähnte, er hätte zur eisernen Hochzeit gelesen, dass das Paar einen eisernen Willen hat die Ehe am Leben zu erhalten. 


Freut sich der Himmel über uns?


Ein mitdienender Amtsträger stellte die Frage, ob sich der Himmel über unser Verhalten freuen könne? Das Gleichnis vom verlorenen Schaft geht uns alle an. Als Sünder gehören wir eigentlich auch zu diesen, den Verlorenen!


Die Segenshandlung für das Paar leitete der Chor mit dem Lied «Der Herr ist mein Hirte, mir mangelt nichts mehr» (CM161) ein. 


Die Ansprache an das Jubelpaar hielt der Vorsteher im Sitzen. Er erwähnte, dass er ja, wie viele hier, vor 65 Jahren noch nicht auf der Welt war! Seit er sich erinnern kann spielt die Schwester Geige im Orchester, also schon Jahrzehnte! Sie hätten sich in Lausanne im Gottesdienst zum ersten Mal gesehen und es wäre Liebe auf den ersten Blick gewesen. Der Bruder, er diente viel Jahre als Priester in der Gemeinde Zürich-Wiedikon, mache heute noch viele Besuche bei Geschwistern.


Als Trautext bekamen sie das Wort aus Josua 24 aus 15: «Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.» Dies hätten sie über viele Jahre bewiesen. Er gab dem Jubelpaar ein ergänzendes Wort aus Psalm 73 den Vers 28 mit: «Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte, und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, dass ich verkündige all dein Tun.»


Nach dem Segen spielten die Streicher des Orchesters den 2. Satz aus dem Violinkonzert in A-Dur D96 von Giuseppe Tartini (1692-1770) 


Der Chor beendete den Gottesdienst mit dem Lied «herrlich strahlt des Meisters Gnade wie ein Licht vom Felsenrand» (CM360)