Die Hilfe und den Trost Gottes annehmen

27.05.2025

Das Gebet ist unsere Zwiesprache mit Gott. Es ermöglicht uns, auch Antworten zu erhalten, so Apostel Christophe Domenig im Gottesdienst, den er am Dienstag, 27. Mai 2025 in Bern-Ostermundigen mit den Senioren des Bezirks Bern-Süd feierte.

Als Grundlage verwendete der Apostel das Bibelwort aus 2. Korinther 4,17.18: "Denn unsere Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Massen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare: denn was sichtbar ist, das ist zeitlich: was aber unsichtbar ist, das ist ewig."

In seiner Predigt stellte er konkrete Fragen: "Was haben wir heute gebetet? Wieviel Prozent Dank, wieviel Prozent Anbetung, wieviel Prozent Fürbitte für unseren Nächsten, wieviel Prozent Sorgen usw. beinhaltete unser Gebet? Unsere natürlichen Sorgen bringen uns nicht in die Herrlichkeit. Es sind die Sorgen, die unsere Seele betreffen, die uns helfen weiterzukommen."

Der Apostel veranschaulichte dies anhand einiger Beispiele: 

Josef wurde von seinen Brüdern verkauft und landete schliesslich in Ägypten. Vater Jakob konnte weder den Trost Gottes noch den seiner Söhne annehmen. Er war einfach untröstlich.Uns kann es auch so gehen, wenn wir in die Gemeinden schauen und feststellen, dass dieser und jener Jugendliche nicht mehr in den Gottesdienst kommt, dass unser Sohn, die Grosskinder nicht mehr kommen. Das kann uns untröstlich machen und die Frage kann kommen: Was macht Gott? 

Jakob wurde noch härter geprüft, als er auch seinen Sohn Benjamin hergeben und dieser auf Weisung Josefs mit seinen Brüdern nach Ägypten ziehen musste. Im Nachschauen zeigte es sich, dass Gott alles wunderbar gelenkt hat. Gott hilft! Josef wurde ein mächtiger Mann in Ägypten. Dank ihm wurden Jakob und seine Familie vor dem Hungertod verschont.

Manchmal haben wir eine wunderbare Gebetserhörung, ein Glaubenserlebnis. Man jauchzt. Zwei Tage später ist man wieder in der Höhle. Man hat die Kraft und die Zuversicht in die Hilfe Gottes verloren. Gott sagt: "Ich will dir helfen." Auch hier ein Beispiel:

Hiob wurde hart geprüft. Er hatte alles verloren. Trotzdem konnte er sagen: Ich erkenne, dass du (Gott) alles vermagst und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer. Gott hält alle Versprechen. Er hält auch das, was Jesus Christus versprochen hat: Ich bin bei euch alle Tage bis ich wiederkomme.

Wir haben den Heiligen Geist bekommen. Dieser Tröster ist da. Er kann uns nie alle materiellen Sorgen abnehmen. Aber er kann seine Hilfe in unser Herz hineinlegen und das ist die grösste Macht, das grösste Gut, das wir haben. Gott verspicht uns, bei uns zu sein.

Stephanus wurde gesteinigt, weil er den Willen Gottes verkündigte. Sein Lohn: er sah den Himmel offen. Wir dürfen in jedem Gottesdienst den Himmel offen sehen. Gott vergibt uns in jedem Gottesdienst die Sünden. Er erquickt unsere Seelen. Er gibt uns die Kraft, die wir benötigen.

Lassen wir uns nicht bedrücken vom Äusseren, das man sieht. Gott sieht viel weiter: er sieht in die Länge, in die Breite und in die Höhe. Eines Tages werden wir vom Glauben zum Schauen kommen. Dann werden wir uns fragen, warum haben wir uns so viele Sorgen gemacht? Im Nachschauen sehen wir, dass Gott keinen Fehler gemacht hat. Alles was er zugelassen hat, diente zu unserem Heil.