Zu Beginn des Gottesdienstes beleuchtete der Apostel das Geschehen um Hagar. Sie musste, nachdem sie schwanger geworden war, in die Wüste fliehen. An der Wasserquelle begegnete ihr der Engel des Herrn. Dieser stellte ihr die Frage: «Wo kommst du her, wo gehst du hin?» Das Woher konnte sie leicht beantworten: Sie erzählte dem Engel was ihr widerfahren war. Sie klagte, dass sie weder ein noch aus wusste. Der Engel aber tröstete sie und sprach zu ihr: Kehre wieder zu deiner Herrin zurück und demütige dich unter Sarah.
Diese Hagar konnte schlussendlich sagen: «Du bist ein Gott, ein Gott der mich liebt.»
Auch wir kommen hie und da in Hagar-Situationen, wo wir nicht weiterwissen, so der Apostel. Da sind Sorgen und Probleme. Trotz unseren Gebeten und unserer guten Beziehung zu Gott geht es nicht vorwärts. Dann kommen wir in den Gottesdienst und hören die Worte: Wir wollen mit dem Herrn Jesus Gemeinschaft haben. Das ist oberstes Ziel unseres Gottes: mit den Menschen Gemeinschaft haben. Und das will er mit dir und mir ganz persönlich.
Botschaft an die Glaubensgeschwister: Lasst uns wach sein, lasst uns nüchtern sein, lasst uns nicht schlafen.
Ein paar Kerngedanken aus dem Gottesdienst:
- Wir konzentrieren uns auf das Wichtigste, das Heil, das Gott uns schenken will.
- Es besteht die Gefahr, wenn alles rund läuft, dass wir uns selbst überschätzen und hochmütig werden und denken, wir brauchen Gott nicht mehr.
- Man kann müde werden durch all das, was uns umgibt. Was kann man dagegen tun? Etwas essen, denn wer nichts gegessen hat, würde kaum einer dreistündigen Predigt folgen können ohne einzuschlafen.
- Wir wollen nach dem Gottesdienst nicht bloss sagen können, es war schön. Nein, wir wollen etwas mitnehmen und uns damit beschäftigen.
- Paulus hat ab und zu eine Pause der Besinnung eingeschaltet und sich gefragt: «Wie steht es mit mir?» Auch wir wollen mal eine Pause einschalten und uns fragen wie steht es um mich? Was will der liebe Gott von mir?
- Paulus hat dann gesagt: «Das Gute, das ich tun will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich». Wenn ich aber tue, was ich nicht tun will, vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
- Die Gefahr besteht, wo Sünde sich anhäuft, dass sie plötzlich salonfähig wird. Man stellt nicht mehr fest, dass das dem lieben Gott widerstrebt.
Der Apostel geht auf eine kleine Geschichte ein, die der Bezirksapostel in einem Gottesdienst in Thun erzählte: Eine Lehrerin fragte die Kinder „Wollt ihr in den Himmel kommen?“. Alle Kinder hielten die Arme hoch, nur ein Junge nicht. „Du willst nicht in den Himmel?“ fragte die Lehrerin. Der Junge antwortete: „Doch, aber nicht mit dem Haufen da!“
- Fragen wir uns, ob es auch bei uns jemand gibt, mit dem wir nicht gemeinsam im Himmel sein möchten?
- Wir wollen gemeinsam in den Himmel.
- Wir wollen wachen und nüchtern sein. Nüchtern sein heisst: einen wachen Geist haben, der die Situation richtig einschätzen kann.
- Die Lehrerin sagte zu ihren Schülern: «Denken müssen wir alle - warum nicht gleich positiv?»